Fudo MyoFudo Myo

“Der unerschütterliche, unbewegliche Weisheitskönig”. “Acala Nada” ist eine andere Bezeichnung für die hinduistische Gottheit Shiva.
Als Gesandter des Dainichi Nyorai wird er auch “Gesandter Fudô” (Fudô Shisha) oder “Ewigwährender Diamant” (Joojuu Kongoo) genannt.

Statuen des Fudo finden sich fast nur in Japan – sehr selten in China und kaum in Indien.
Durch den Mönch Kukai in Japan eingeführt (um 806). Seine erstmalige Beschreibung findet sich im Sutra Fuku Kenjaku Jinpen Shingonkyoo und Dainichikyooso.


 

Fudo Myo ist die wichtigste Gottheit im Shugendo, Tendai und Shingon. Auch im Ninjutsu wurde Fudo Myo als Schutzgottheit verehrt!
Aus seinem Körper strahlen die Flammen, die alles Unwissen abtöten, daher immer mit flammendem Nimbus dargestellt. Seit dem Beginn der Heian-Zeit besonders verehrt als Schützer des Landes und seiner Einwohner. Mittelpunkt vieler magischer Feuerzeremonien (goma) des esoterischen Buddhismus.

Die Berg-Asketen des Shinkoji trugen in einem hölzernen Schrein nur den Kopf eines Fudo mit auf ihren Bergwanderungen. Dieser Kopf hatte die Frisur eines Nyorai, mit vielen Wirbeln, daher auch “Wasserschnecken-Fudo” (Tanishi Fudo) genannt.
In der Edo-Zeit wird Fudo Myô bei allen Sekten der Gegenstand besonderer Verehrung, z.B. der Narita-Fudo. In der Stadt Edo (heute Tôkyô) selbst gab es die fünf großen farbigen Fudo Myô, zur Verteidigung des Staates gegen die Feinde im Norden:

Mit schwarzen Augen (Meguro Fudo), mit weißen Augen (Mejiro Fudo), mit grünen Augen (Setagaya), mit roten Augen (Komagome) und mit gelben Augen (Komatsugawa): die Statuen waren gleich, aber die Farbe der Augen war verschieden. Meguro und Mejiro sind heute noch als Ortsnamen in Tokyo erhalten. An jedem 28. eines Monats findet im Tempel des Fudo in Meguro, (Tokyo), ein großes Fest mit Feuerzeremonien statt, bei dem heute noch ein lebhaftes Gewimmel zu beobachten ist.

Ein eindrucksvoller Wasserfall wird für die Gottheit Fudo Myo selbst gehalten, z.B. Nachi no Taki in Kumano oder Imaizumi Fudo in Kamakura.
Besondere Statuen werden oft in einer eigenen Halle (Myoooo Doo) innerhalb eines großen Tempelgeländes untergebracht.


 

Spezielle Inkarnation als “Verkörperung des religiösen Lehrauftrags” und Bote des Dainichi Nyorai in der Mutterschoßwelt, zusammen mit Goosanze in der Diamantwelt.

Ikonografie:
Ikonografie:

Ein Kopf, zwei Arme. Ganz selten mit vier Armen. Furchterregender Gesichtsausdruck mit dicken Falten auf der Stirn.
Dunkle Haut; flache Lotusblüte (chooren) auf dem Haarknoten oben auf dem Kopf (shakei motodori), Haar als Zopf über der linken Schulter (benpatsu; ursprünglich indische Dienerfigur bzw. Trägerfigur). Der Kopf bedeutet die Buddha-Welt, die linke Schulter die Menschen-Welt. Durch den verbindenden Zopf wird die Liebe der Buddhas zu allen Menschen ausgedrückt.
Manchmal sieben Haarknoten, als Ausdruck der sieben wichtigen Vorschriften und Übungen (nanamanhoo) zur Erleuchtung.

Seine Haare sind manchmal in sieben Zöpfen zusammengebunden (shichiyakei), die die sieben Stufen bei der Erlangung der Erleuchtung darstellen. (Alte Figuren des Myôô zeigen die Haarfrisur mit sieben Zöpfen, zusammengebunden mit einer Ranke (ya). Das ist die Frisur der Sklaven im alten Indien.)


 

Drachen-Schwert mit dreizackigem Griff oder einfaches zweischnei~diges Schwert in rechter Hand. Mit diesem Schwert kämpft er gegen die Dämonen. Seil in angewinkelter, linker Hand. Mit dem Seil rettet er die Gläubigen, indem er sie aus dem Unglück zieht.
Das Seil ist wie ein Wurfseil mit einem beschwerenden Ring an einer Seite. Mit diesem Seil bindet er auch die Feinde des Buddhismus.
Sitzt oder steht auf einem erhabenen Sockel oder einem Felssockel.

Ältere Figuren der Heian-Zeit haben beide Augen geöffnet (shoogan) und klemmen mit den oberen Eckzähnen die Unterlippe ein.
Figuren der Kamakura-Zeit haben unterschiedliche Augen: Das linke Auge fast geschlossen, nach unten zur Erde blickend; das rechte Auge weit geöffnet, nach oben zum Himmel blickend (tengan chimoku). Dabei sind die Eckzähne ebenfalls entsprechend nach oben bzw. unten gerichtet.

Der Eckzahn nach oben mahnt uns auch, daß wir uns auf dem religiösen Weg um die Erleuchtung bemühen sollen. Der Eckzahn nach unten bedeutet, daß wir uns für das Wohlergehen der Menschen unermüdlich einsetzen sollen. Der leicht geschlossene Mund mahnt uns, unnötiges Geschwätz zu unterlassen.

Meist ist sein Gesicht von blauschwarzer Farbe, der Tönung des Elementes Luft, des heiligen Zorns und der magischen Unterwerfung.

Eine besondere Form, nach der Statue im Tempel Tooji benannt, zeigen das Gesicht leicht geneigt, beide Augen nach rechts auf das erhobene Schwert blickend und trotzdem die Front beobachtend.
Bei Steinfiguren ist diese Form besonders ausgeprägt.
Flammender Nimbus, der die Kraft des Garuda-Vogels ausstrahlt, manchmal auch mit einer kleinen Vogelgestalt, besonders bei Steinfiguren.

Von acht Kindern als Gefolge umgeben, von denen zwei als besondere Begleitfiguren fast immer mit dargestellt werden. Auch von 36 Kindern oder 47 Gefolgsleuten umgeben. In neuerer Zeit finden sich Pilgerfahrten zu 36 Fudoo-Tempeln, zu jeweils einem der 36 Kinder-Figuren.

Andererseits finden sich Fudoo-Statuen als Begleitfiguren des Dainichi Nyorai, zusammen mit Goosanze, oder als Begleitfigur einer Kannon, zusammen mit Bishamonten.
Als Mittelpunkt eines Mandala kennen wir das Mandala mit Fudoo als Hauptfigur (eine Art besson mandara), das Mandala nach dem Sutra Ninnoogyoo (Ninnoogyoo mandara), das Mandala der 12 Ten (juuniten mandara) und das Mandala im Stil der Anchin-Schule (Anchin mandara).