Shugendo bedeutet wörtlich „der Pfad von Kraft durch asketische Praktiken“. Shu = asketische Praktiken, gen = göttliche natürliche Fähigkeiten, do = Weg. Die Anhänger werden als Shugenja oder Yamabushi bezeichnet (Shugenja: jemand, der sich vorbereitet und prüft, Yamabushi: jemand der in den Bergen schläft). Das Ziel von Shugendo ist das Buddha werden in diesem Leben. Die erlangten Fähigkeiten sollen nur zum Wohl der Menschheit eingesetzt werden. Es ist schwer einen leichtverständlichen Leitfaden zum Verständnis von Shugendo zu geben, da es sich hierbei im wesentlichen um esoterischen Buddhismus (Mikkyo) handelt welcher vielfach auf unterschiedliche Art und Weise ausgelegt werden kann. Es ist auch keine Niederschrift wie die Bibel, der Koran oder der Tanach (Judentum) vorhanden. Viele Weisheiten die zum besseren Verständnis des Buddhismus führen werden auch nur in geheimen Zeremonien weitergeben, zum Beispiel gibt es eine Reihe von Göttern im Buddhismus, deren genaue Bedeutung den meisten Menschen nicht bekannt ist. Die Geschichte des Shugendo begann je nach Quellenangaben in den Gebirgen Honshus um 5 – 7. Jh. oder im 12 – 14.Jh.
Miyagi Sensei mit Kuji im Shogoin Schrein
Im Laufe der Zeit kam es zur Gründung mehrerer Schulen wobei die Tendai (durch Mönch Saicho) und Shingon Schule (durch Mönch Kukai) die Hauptrichtungen darstellen. Im Jahr 1613 (Edo Zeit) wurde das Shugendo Hatto erlassen, ein Gesetz welches diese beiden Schulen offiziell anerkannte und auch verlangte, dass sich die Shugenja’s für eine dieser beiden Schulen entscheiden sollten.
1872 (Meiji Zeit) wurde Shugendo verboten und Shinto wurde zur Staatsreligion ernannt. Viele Shugendo Tempel wurden in Shinto Schreine gewandelt. Es gab bis zur heutigen Zeit von da an auch keine staatliche Förderung mehr. Die Tradition des Shugendo wurde jedoch im Verborgenen weitergelebt. Es tarnten sich oftmals Shugendo Tempel durch Anbetung von einer gewissen Gottheit als Shinto Schrein. Shinto erlangte als dargestellte japanische Urreligion den Höhepunkt in der Zeit des Nationalsozialismus.
Shinto: wörtlich Weg der Götter, fast ausschließlich in Japan und stellt mit dem Buddhismus gemeinsam die Hauptreligion in Japan dar. Die Verehrung findet in so genannten Shinto Schreinen statt (wichtigster Ort: Ise Schrein). Entstand aus Buddhismus und Konfuzianismus und nahm viele japanische Kulte und Gottheiten (Kami) an. Shinto wurde als Urreligion der Japaner etabliert. Shinto besitzt keine Gründungsfigur und kein Dogma, es ist schwer einen gemeinsamen religiösen Kern zu finden. Die Ausrichtung erfolgt nach den Kamis (den Gottheiten), die perfekter als die Menschen sind, aber keinesfalls frei von Fehlern oder Sünden (Gegensatz z.B. Monotheismus). Reinheit ist ein erstrebenswerter Zustand.
1945 wurde Shugendo wieder gesetzlich erlaubt, wobei es von nun an den praktizierenden Mönche freistand welcher Richtung sie sich anschließen möchten.
Die Haupstätten des Shugendo sind vor allem der Berg Omine San, in den Kii Gebirgen und dem Dewa Gebrige zu finden.
Shugendo beinhaltet Einflüsse vom esoterischen Buddhismus, Shinto und verschiedener religöser Strömungen wie z.B. dem Taoismus. Die Klöster stellten im alten Japan wichtige politische und auch militärische Machtzentren dar. Shugenja’s waren daher auch teilweise sehr kriegerisch, obwohl ihnen des Töten von Leben verboten war. Es wird zum Beispiel sehr darauf geachtet beim Wandern durch die Berge keine Ameisen oder andere Insekten zu zertreten. Es zeigt sich jedoch auch die pramatische Natur der Mönche wie z.B. durch folgende Aussage von Kuban Sensei:
Yamabushi don’t kill Creatures, they kill Demons.
Das kriegerische Element sieht man teilweise auch noch in verschiedenen Zeremonien, z.B Axtzeremonie (Ono no Saho) oder Schwertzeremonie (Hoken Saho). Auch das Schwert war früher ein fixer Bestandteil der Tracht der Mönche, bevor das Tragen von Schwertern per Gesetz verboten wurde. Der Berühmtester Kriegermönch und Yamabushi war Benkei.
Die Kukishin Ryu ist daher sehr eng mit den Yamabushi und den Ninja verbunden.
FUDO MYO MANTRA
Benkei: (1155-1189) Yamabushi und mächtiger Kämpfer, beliebte Figur in der japanischen Folklore, ihm werden häufig dämonische Züge nachgesagt. Er wurde als Kind angeblich Owinaka = Teufelskind gerufen. Nach der Legende nach soll er die Brücke in Kyoto bewacht haben und denjenigen, die die Brücke überquert hatten die Waffen abgenommen haben. Nachdem er 999 Schwerter gesammelt hatte, ist er angeblich im eintausendsten Zweikampf unterlegen.